Jordanien


Herausforderung und Chancen: syrische Flüchtlinge in Jordanien.

Jordanien: Platz 6 der Länder mit der größten Flüchtlingsaufnahme.

Die Bilder von Jordaniens beeindruckenden historischen Bauwerken sind wohlbekannt: der Einfluss und das Reichtum des antiken Reiches ist noch deutlich. Auch Gastfreundschaft und großzügige Wärme zeichnen das Land aus. Jordanien nimmt weltweit die zweitmeisten Flüchtlinge auf: 87 pro 1.000 Einwohner auf. Unglaublich viele Menschen sind aus dem benachbarten Syrien geflohen, um Chaos, Hunger und Gewalt zu entkommen. Die jordanische Regierung ist höchstbemüht den Flüchtlingen zu helfen – die Situation bedarf jedoch weiterer Unterstützung. Der Zustrom syrischer Flüchtlinge in Jordanien verursacht auch wirtschaftliche Probleme. Derzeit leben viele Jordanier bereits unter der Armutsgrenze. Eine inklusive Strategie ist unabdingbar.

 

HERAUSFORDERUNGEN IN JORDANIEN


Integration von Flüchtlingen.


Unterstützung für Frauen.


Traumabewältigung.

UNSERE PROJEKTE IN JORDANIEN


Hope Kindergärten

Bei dem Versuch ihrer Familie ein neues Leben zu ermöglichen, haben syrische Flüchtlinge zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Die meisten von ihnen haben mindestens einen Angehörigen im Krieg verloren: viele wurden entweder gefangen genommen oder gefoltert. Insbesondere Kinder sind traumatisiert und haben regelmäßige Alpträume oder weisen bei bestimmten Auslösern extreme Reaktionen auf. Viele der geflüchteten Kinder haben seit über zwei Jahren keine Schule mehr besucht und über die Hälfte von ihnen besuchen derzeit keine Bildungseinrichtung. Aus diesem Grund wurden die Hope Kindergärten ins Leben gerufen. Sie bieten den geflüchteten Kindern einen sicheren Platz voller Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung. In Mafraq ist Vision Hope seit 2013 aktiv, in Karak bereits seit 2012. Beide werden vom BMZ gefördert und von Vision Hope sowie durch private Spenden unterstützt.

 


Familienzentren

Seit Eröffnung der Hope Kindergärten erhielt Vision Hope zahlreiche Anfragen und Vorschläge von den teilnehmenden Familien. Verschiedene Pilotenprojekte und Workshops wurden durchgeführt: das Angebot wurde mit großem Interesse von der jordanischen Bevölkerung sowie den syrischen Flüchtlingen angenommen. Im September 2016 rief Vision Hope ein neues Projekt für beide Gruppen ins Leben: die Familienzentren. Das Projekt wird vom BMZ gefördert und ist in denselben Gebäuden wie die Kindergärten und Nachmittagsprogramme angesiedelt. Das Projektvolumen für Karak und Mafraq beläuft sich auf 555.555 Euro. Die Besonderheit dieses Projektes ist der Drei-Komponenten-Ansatz, um eine hohe Integration und Reichweite zu erreichen. Zum einen wurde ein integrativer Hort für Schulkinder eingeführt, um ihnen bei Bedarf in den verschiedensten Situationen, z.B. bei den Hausaufgaben, zu helfen. Zum anderen finden therapeutische Programme für junge Frauen zur Vermittlung grundlegender Kompetenzen und zur Traumabewältigung statt. Ein ergotherapeutisches Programm für Mütter, insbesondere syrische Flüchtlinge und deren Kleinkinder, stellt die dritte Komponente dar. Hauptziel des Projektes ist die Vermittlung von weiteren Fähigkeiten zur Selbsthilfe sowie die Traumabewältigung.